Kein SuperCut an den Rechten der Belegschaft!

Gemeinsam gegen das Union Busting bei Deutschlands größter Friseursalonkette Klier

Am 15. August haben wir in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich 13 von ver.di Hamburg eine Aktion gegen die aktuellen „Union Busting“-Methoden des Unternehmens Klier Hair Group durchgeführt. Bei Klier handelt es sich um Deutschlands größte Friseursalonkette, rund 9.000 Beschäftigte arbeiten für das Wolfsburger Familienunternehmen, dessen Angehörige Millionär*innen sind. Nachdem Hamburger Beschäftigte von Klier vor einigen Jahren einen Betriebsrat gegründet hatten und vor kurzem auch die Einrichtung eines Gesamtbetriebsrats initiierten, wurde allen sechs Betriebsrätinnen für Hamburg/Schleswig-Holstein gekündigt. Der Vorwurf an sie lautet, ihre Betriebsratszeiten falsch abgerechnet zu haben – faktisch handelt es sich um einen Vorwand, da der Familie Klier der Betriebsrat und die Organisierung der Beschäftigten ein Dorn im Auge sind. In Berlin und Hannover hat das Unternehmen die Betriebsratswahlen juristisch angefochten, insgesamt laufen bundesweit rund 20 Prozesse.

Zum Unternehmen gehören u.a. Salons der Marken Essanelle, HairExpress, SuperCut und Styleboxx – in Hamburg über 20 Filialen. Sechs dieser Filialen haben wir am Samstag in mehreren Teams einen Besuch abgestattet. Dabei haben wir zunächst mit den Beschäftigten gesprochen, von denen vielen das Agieren ihrer Chefs nicht bewusst war (was zum Teil mit der Unternehmensstruktur zusammenhängt, die dazu führt, dass der Betriebsrat nicht für alle Filialen in Hamburg zuständig ist). Vor den Salons sind wir mit Kund*innen und Passant*innen ins Gespräch gekommen, haben sie über die Praktiken des Unternehmens aufgeklärt und Unterschriften für eine Petition von ver.di gesammelt. Die Resonanz war dabei durchweg positiv, viele zeigten sich entsetzt über das Verhalten von Klier. Die Aktion endete mit einer gemeinsamen Kundgebung vor einer Filiale nahe Berliner Tor.

Wir zeigen uns solidarisch mit den Betriebsrätinnen von Klier, da wir der Auffassung sind, dass solche Angriffe von Unternehmensseite auf engagierte Kolleg*innen nicht unbeantwortet bleiben dürfen. Entsprechende Schikanen, von Wahlanfechtungen über Mobbing bis zu Entlassungen, sind Teil einer gewerkschaftsfeindlichen Politik von Firmen, die als „Union Busting“ bezeichnet wird. Gegen solche Praktiken und für unsere Rechte als Beschäftigte müssen wir uns zusammenschließen und mit anderen Kolleg*innen organisieren. Wir unterstützen Ansätze einer kämpferischen Gewerkschaftspolitik, die die Kampfansagen der Gegenseite nicht mit fruchtlosen Appellen an eine angebliche „Sozialpartnerschaft“ beantwortet.

Gemeinsame Kundgebung vor der Styleboxx-Filiale am Berliner Tor

Aktuell laufen noch vier Verfahren vor dem Arbeitsgericht gegen die Kündigungen, zwei Kolleginnen haben ihre Verfahren gewonnen. Kommt deshalb zu den anstehenden Prozessen und zur geplanten Kundgebung am 26. August und unterstützt die Kolleginnen vor Ort!

Mi, 19.08. um 10:00 Uhr: Prozesstermin
Mi, 26.08. um 10:45 Uhr: Kundgebung, anschließend Prozess
Do, 27.08. um 9:30 Uhr: Prozesstermin

Ort: Arbeitsgericht Hamburg, Osterbekstraße 96

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