Solierklärung mit dem feministischen Streik zum 8. März 2021

Wenn wir streiken, steht die Welt still! 

Das ist der Slogan des feministischen Streiks. Jetzt, nach einem Jahr der Pandemie, hat ein Virus die Welt zum vermeintlichen Stillstand gebracht. Zeitweise setzen sogar Produktion, Logistik und Warenketten im globalisierten Kapitalismus aus. 

Die einzigen, die nie still stehen konnten, sind alle jene, die in den Bereichen arbeiten, die die Gesellschaft am Leben halten: im Gesundheitssektor, in der Pflege, in der Lebensmittelversorgung, im Haushalt. Diese Reproduktionsarbeiten sind gesellschaftlich immer noch so organisiert, dass diejenigen, die sie leisten und das sind größtenteils FLINTAs (1), unter enormem Druck arbeiten müssen und kaum davon leben können oder gar nicht erst bezahlt werden. Gesellschaftliche Anerkennung und Applaus reichen nicht aus. Gerade die Überlastung der prekär Beschäftigten in den Krankenhäusern, das Sterben in den Pflegeheimen oder der Anstieg von Gewalt zu Hause und Femiziden zeigt, dass diese gesellschaftlichen Verhältnisse das Virus nur noch tödlicher machen. 

Aus feministischer, klassenpolitischer Sicht wird deutlich, dass die Krise gerade von all jenen getragen wird, die uns buchstäblich am Leben halten. Trotz dieses immensen Drucks organisieren sich viele Beschäftigte in diesen Bereichen wie zum Beispiel in der Hamburger Krankenhausbewegung, dem Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus oder auch Erzieher:innen bei ver.di und GEW. Sie alle kämpfen für fairen Lohn, angemessene Arbeitszeiten und gegen die Profitinteressen der Arbeitgebenden.Dabei geht um eine Neustrukturierung ihrer Arbeitsverhältnisse, denn die Krise steckt im System! 

Als Netzwerk Arbeitskämpfe sind wir solidarisch mit diesen Kämpfen und als FLiNTAs sind wir auch Teil davon. Wenn wir kollektiv unseren Alltag und un/bezahlte Arbeit  politisieren, uns gemeinschaftlich organisieren und streiken, dann steht die Welt wirklich still! Lasst uns zusammen die gesellschaftliche Macht, die wir haben, organisieren! Auf der Arbeit, zu Hause, im Alltag, im Viertel. Und das nicht nur am 8. März, sondern jeden Tag! 

(1) Frauen, Lesben, Inter-, Nicht-binäre-, Trans- und Agender-Personen

Alle Infos zum 8. März 2021: fstreikhamburg.org

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