Gemeinsam gegen Union Busting – Solidarität mit Anja!

Die ATOS Klinik Fleetinsel wollte die Betriebsrätin Anja rausschmeißen, weil sie offenbar zu unbequem und kritisch war. Nach der Krankenpflegerin und Betriebsrätin Romana von Asklepios, war das bereits der zweite Fall von offensichtlichem Union Busting in der Pflege. Um Anja zu unterstützen hat das Hamburger Bündnis für mehr Personal im Krankenhaus am 17.03.2021 eine Kundgebung vor dem privaten Klinikbetreiber organisiert, an der wir uns beteiligt haben. Wenige Tage später gab es parallel zum Kündigungsprozess vor dem Arbeitsgericht weitere Proteste. Die Öffentlichkeitsarbeit und solidarische Unterstützung hat sich ausgezahlt: Der Versuch des Unternehmens Anja zu kündigen scheiterte vor Gericht und viele Unterstützer*innen haben deutlich gemacht, dass die Betroffenen vor derartigen Schikanen nicht allein gelassen werden!

Unser Redebeitrag auf der Kundgebung:

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Genossinnen und Genossen,
Wir sind das Netzwerk Arbeitskämpfe: Wir wollen unsere eigenen Arbeitsverhältnisse politisieren und Arbeitskämpfe in Hamburg vernetzen.

Und deshalb stehen wir heute hier. Wir sind solidarisch mit Anja. Anja wird von ihrem Arbeitgeber schikaniert, weil sie sich in der Betriebsarbeit für ihre und die Arbeitsbedingungen ihrer Kolleg:innen einsetzt. Und dies scheinbar ziemlich gut – denn nun versucht die Privatklinik Fleetinsel Anja loszuwerden. So eine Schikane hat einen Namen: Union Busting.

Entsprechende Einschüchterungen, von Wahlanfechtungen über Mobbing bis zu Entlassungen, sind Teil einer gewerkschaftsfeindlichen Politik die Betriebsrät:innen bei ihrer Arbeit behindern sollen. Dies ist kein Einzelfall. 

Letzten Sommer standen wir an der Seite der Kolleg:innen bei der Friseurkette Klier. Auch dort sollten sechs unbequeme Betriebsrät*innen mit den gleichen fadenscheinigen Gründen aus dem Betrieb gedrängt werden. Ihnen wurde ebenfalls vorgeworfen, ihre Betriebsratszeiten falsch abgerechnet zu haben. Dies ist jedoch nur ein Vorwand, da der Geschäftsführung ein Betriebsrat und die Organisierung der Beschäftigten ein Dorn im Auge sind. Keine der Kündigungen wurde vom Arbeitsgericht als rechtmäßig befunden. Das wusste auch die Eigentümerfamilie Klier im Vorfeld. Denn das tatsächliche Ziel was mit diesen Union-Busting Methoden verfolgt wird ist: Einschüchtern und systematisches Zermürben derer, die sich für ihre Interessen und die ihrer Kolleg*innen nach vorne wagen. Doch dies lassen wir nicht zu und stehen an der Seite derer, die solchen Schikanen ausgesetzt sind.

Wir zeigen uns daher auch solidarisch mit den Betriebsrätinnen von Atos, da wir der Auffassung sind, dass solche Angriffe von Unternehmensseite auf engagierte Kolleg*innen nicht unbeantwortet bleiben dürfen. Gegen Union Busting und für unsere Rechte als Beschäftigte müssen wir uns zusammenschließen und mit anderen Kolleg*innen organisieren. Wir unterstützen Ansätze einer kämpferischen Betriebs- und Gewerkschaftspolitik, die die Kampfansagen der Gegenseite solidarisch und kämpferisch beantwortet. Wir setzen auf Selbstorganisierung und den Aufbau von solidarischen Strukturen von unten.

Wir wünschen viel Kraft und stehen an deiner Seite!