1. Mai: Get Organized to Strike!

Der 1. Mai, der internationale Tag der Arbeiter*innen, steht vor der Tür. Gemeinsam mit verschiedenen Basisinitiativen und Gewerkschaftsjugenden rufen wir zu einem Block auf der diesjährigen Demo von Wer hat, der gibt auf.

Zum zweiten Mal findet der 1. Mai unter Bedingungen einer globalen Pandemie statt, die viele Probleme des Kapitalismus offengelegt hat. Die Lasten der Corona-Krise werden vor allem von Lohnabhänigigen getragen, die in Lagern Pakete packen oder sie zustellen, die Spargel stechen oder Essen ausliefern, die Supermärkte am Laufe halten oder in den Krankenhäusern bis ans Limit arbeiten. Oft unter schlechten Bedingungen und mit dem ständigen Risiko sich anzustecken. Andere verlieren ihre Jobs, landen in Kurzarbeit oder sitzen im Homeoffice zwischen Erwerbsarbeit und Sorgearbeit fest. Die Pandemie trifft uns alle, aber sie trifft uns nicht alle gleich. Während für große Teile der Gesellschaft das Leben unsicherer und härter geworden ist, weil Einkommen wegbricht, Stress zunimmt und die Unterstützung nicht ausreicht, hat sich das Vermögen der Reichen in der Corona-Krise weiter vermehrt.

Wenn wir in den anstehenden Verteilungskämpfen mehr wollen, als hin und wieder auf Demos symbolisch Luft abzulassen, werden wir uns organisieren müssen. Nicht nur in unserer Freizeit, sondern auch dort wo wir arbeiten. Denn hier werden die kommenden Kämpfe ausgetragen, wenn mal wieder gespart wird, Löhne gekürzt oder Arbeitszeiten ausgedehnt werden oder der Leistungsdruck steigt. Dass es möglich ist sich zu wehren, zeigen die Beschäftigten in verschiedenen Bereichen. In den Krankenhäusern organisieren sich Pflegekräfte gegen ein kaputtgespartes und profitorientiertes Gesundheitssystem und fordern mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen. Bei Amazon streiken die Beschäftigten seit Jahren gegen schlechte Arbeitsbedingungen und für einen Tarifvertrag. Die studentischen Beschäftigten an den Hochschulen wollen ebenfalls einen Tarifvertrag durchsetzen und die wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen fordern das Ende von Dauerbefristungen und Kürzungspolitik.

Lasst uns unsere eigenen Arbeits- und Lebensverhältnisse politisieren und unterstützen wir andere in ihren Konflikten am Arbeitsplatz. Wir lernen in den konkreten Kämpfen, wie wir mit anderen zusammenkommen, gemeinsam Forderungen entwickeln und wie wir Stück für Stück gesellschaftliche Macht von unten aufbauen.

Am 1. Mai verbinden wir unsere Kämpfe. Solidarisch in die Offensive!

Demo von „Wer hat, der gibt“
1. Mai 2021 – 14 Uhr – Bahnhof Dammtor

Netzwerk Arbeitskämpfe Hamburg | April 2021